Allgemeines

24

März 2026

Unser Besuch im Karmelitinnenkloster

von Mathilda Paul und Matilda Noje, Klasse 10a

Im Rahmen unseres Unterrichtsvorhabens „Orden und Köster – Lebensalternativen“ besuchten wir, die Klasse 10a, am Mittwoch, den 18.03.2026, das Karmelitinnenkloster „Maria in der Not“ in Essen-Stoppenberg. Wir haben im Religionskurs verschiedene Orden intensiv besprochen und im Nachgang zu unseren Projekten angeregt, ein Kloster im Umfeld zu besuchen und mit Ordensschwestern ins Gespräch zu kommen.

Unser Besuch im Karmelitinnenkloster

Das Kloster „Maria in der Not“ gehört zum Orden der Unbeschuhten Karmelitinnen, einer Gemeinschaft, die sich vor allem dem Gebet, der Stille und einem einfachen, religiösen Leben widmet. Dort leben die Ordensschwestern nach den Regeln des Karmelitenordens, dessen Ursprung auf den Propheten Elija zurückgeht.

Bei unserem Besuch wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Während eine Gruppe die Möglichkeit hatte, mit einer Ordensschwester zu sprechen und Fragen zu stellen, absolvierte die andere Gruppe zeitgleich eine spannende Kloster-Rallye, durch die Stiftskirche und das Gelände. Besonders beeindruckend war dabei die Stiftskirche, die bereits fast 1000 Jahre alt ist und eng mit dem Kloster verbunden ist. Im Gespräch erzählte uns eine Schwester von ihrem persönlichen Weg ins Kloster. Sie erklärte, dass sie sich vor 20 Jahren bewusst für dieses Leben entschieden hat, da sie eine tiefere Verbindung zu Gott gesucht hat – eine Verbindung, die sie nun im Kloster gefunden hat. Diese Entscheidung ist ihr damals jedoch nicht leicht gefallen: Sie verzichtete sogar auf eine Beziehung, um ihrem Glauben zu folgen.

Auch über den Alltag im Kloster und das Leben in der Abgeschiedenheit der Klausur erfuhren wir viel. Der Tagesablauf ist klar strukturiert und beginnt bereits früh am Morgen um 5.30 Uhr mit den Laudes. Neben mehreren Gebetszeiten am Tag und der täglichen Eucharistiefeier gibt es auch Arbeitsphasen und gemeinsame Zeiten, etwa beim Essen oder Austausch unter den Schwestern. Der Dienst der Karmelitinnen an Kirche und der Welt besteht nicht in aktiven Werken der Nächstenliebe, sondern in ihrer ganzen kontemplativen Existenz. Die Schwester hat dies mit dem Dienst verglichen, den die Wurzeln einem Baum leisten.

Auf die Frage, ob die Umstellung auf das Klosterleben schwierig gewesen sei, antwortete die Schwester, dass sie sich schneller als erwartet daran gewöhnt habe. Sie habe sich von Anfang an wohl und geborgen gefühlt, auch wenn sie zu Beginn etwas Heimweh hatte.

Für viele Schüler war ein besonders signifikantes Thema der Umgang der Ordensschwestern mit der Umwelt und der Kontakt zur Außenwelt.
Die Ordensschwester berichtete uns, dass sie ihre Familie und Freunde etwa nur einmal im Jahr sieht. Ihr Vater nutzt beispielsweise die Weihnachtszeit für einen Besuch. Ansonsten hält sie den Kontakt vor allem über Briefe. Bewusst verzichtet sie auf ein Smartphone, um sich ganz auf ihr Leben im Kloster zu konzentrieren.

Auch äußerlich unterscheidet sich das Leben im Kloster stark von unserem Alltag: Die Ordenskleidung tragen die Schwestern immer – sogar auf ihrem Passfoto. Selbst ihr offizieller Name wurde durch ihren Klosternamen ersetzt. Auf ihrem Personalausweis sind allerdings beide zu lesen.

Auf die Frage, ob sie sich jemals unwohl gefühlt habe, antwortete sie, dass dies nicht der Fall gewesen sei. Im Gegenteil: sie habe sich von Anfang an sicher und glücklich gefühlt. Zusätzlich erfuhren wir, dass im Kloster aktuell 12 Schwestern des Ordens der Unbeschuhten Karmelitinnen zwischen 40 und 90 Jahren leben, die gemeinsam ihren Alltag im Glauben gestalten. Viele Menschen besuchen außerdem die Kirche, um dort Ruhe zu finden oder ihre Sorgen im Gebet auszudrücken. Ein besonders bewegender Moment unseres Besuchs war, dass wir unsere eigenen Sorgen und aktuellen Probleme auf Zettel schreiben durften. Diese werden von den Schwestern in ihre Gebete mit aufgenommen. Das hat vielen von uns ein Gefühl von Ruhe, Kraft und Stärke gegeben und gezeigt, wie wichtig Glaube und das Gebet im Klosteralltag und auch für uns alle ist.

Der Besuch im Kloster „Maria in der Not“ war für uns, die Klasse 10a, eine sehr besondere und eindrucksvolle Erfahrung. Wir danken den Schwestern sehr für die interessanten Gespräche und ihre eindrucksvollen Schilderungen ihrer persönlichen Lebensentscheidungen. Wir haben nicht nur Antworten auf unsere Fragen erhalten, sondern auch einen Einblick in eine Lebensweise gewonnen, die sich stark von unserem Alltag unterscheidet.

Ein Ausflug, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Für alle, die Interesse am Kloster haben oder die Schwestern unterstützen möchten, können wir die Kerzenwerkstatt des Klosters empfehlen. Die Schwestern stellen dort Kerzen her, für Taufe, Kommunion, Firmung und Konfirmation und freuen sich über eure Spende.

Hier bekommt ihr weitere Informationen zu dem Orden und dem Kloster.


Erstellt am 24.03.2026 - Rubrik > Allgemeines

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