04

April 2019

Rubrik

Literaturunterricht mal anders - Judith Hermann zu Besuch

Die Berliner Schriftstellerin Judith Hermann, deren Erzählung "Sommerhaus, später" für die nächsten zwei Jahre zur Obligatorik des Zentralabiturs in NRW gehört, las heute vor den Deutschkursen unserer Schule ihre Erzählung und beantwortete über eine Stunde lang die Fragen der Schülerinnen und Schüler. Dabei wurde die Schriftstellerin auch mit Interpretationsskizzen einiger Schülerinnen und Schüler konfrontiert, die sie direkt kommentierte, wobei es für sie diesbezüglich keine richtige oder falsche Deutung geben kann. Vielmehr nahm sie die Gedanken der Jugendlichen zum Anlass, um über die Entstehung und die autobiographischen Bezüge ihrer Erzählung zu erzählen.

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Es entwickelte sich im Laufe dieser Lesung ein überaus respektvoll geführtes Gespräch über die Welt der Figuren, die Literatur als solches und die Wichtigkeit eines guten Deutschunterrichtes in der heutigen Zeit. Auch das Spannungsverhältnis zwischen der Deutungshoheit des einzelnen Lesers bei der Lektüre eines Textes und den festgelegten Erwartungskriterien einer Abiturklausur kam hierbei zur Sprache. Letztendlich gebe ein Autor seinen Text nach der Fertigstellung frei, um dadurch bei den Lesern eigene Geschichten und Gedankengänge auszulösen, was im besten Fall immer zu einem großen Lesevergnügen und einer veränderten Sicht führen wird - unabhängig von schulischen Interpretationsanforderungen.

So ist dem herzlichen Appell von Frau Hermann zum Abschluss dieser sehr kurzweiligen Veranstaltung nichts hinzuzufügen: Lest Bücher!

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Judith Hermann für ihren Besuch.

 

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Erstellt am 04.04.2019 - Rubrik >

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