Allgemeines

20

Februar 2026

„Gibt es nur die militärische Sicherheit?” – Die EF zu Besuch bei der Bundeswehr in Berlin

von Johanna Wiederhold

Mit dem Begriff „Sicherheit“ verbinden viele die Bundeswehr. Aber was bedeutet eigentlich Sicherheit und welche Formen von Sicherheit bietet die Bundeswehr? Das wollte die EF vom 17. bis 20. Februar 2026 herausfinden.


„Gibt es nur die militärische Sicherheit?” – Die EF zu Besuch bei der Bundeswehr in Berlin

Für die rund hundert Schülerinnen und Schüler sowie Frau Linten, Herrn Seitz, Herrn Wojaczek, Herrn Lohrengel, Herrn Punsmann und Herrn Specker ging es am Dienstagmorgen um 7 Uhr los Richtung Berlin. Nach acht Stunden Busfahrt war die Fahrt geschafft und es hieß für die Gruppe des MGW: „Herzlich willkommen an der Julius-Leber-Kaserne in Berlin“ von den Jugendoffizieren Ron Hendricks, Joshua Marx, Eren Koçak und Stephan Lehnert.

Die Offiziere gaben eine kurze Einweisung über die Regeln der Kaserne und den weiteren Ablauf bevor es zu dem ersten Stop dieser Studienfahrt kam: Dem Brandenburger Tor.

Die drei Hauptmänner und der Kapitänleutnant erzählten den interessierten Jugendlichen die historische Bedeutung des Brandenburger Tors und entließen diese in die wohlverdiente Freizeit, um Berlin auf eigene Faust erkunden zu können. Für die einen ging es zu Sehenswürdigkeiten wie dem Fernsehturm, während andere sich zuerst für ein Abendessen entschieden, um den Tag in selbstgewählten Kleingruppen ausklingen zu lassen.

Die nächsten beiden Tage starteten für die Truppe bereits um 6.45 Uhr beim Frühstück in der Truppenküche. Danach wurden die Schülerinnen und Schüler in vier große Gruppen mit je einem Jugendoffizier aufgeteilt. In unterschiedlicher Reihenfolge besuchten sie verschiedenste Standorte, um der Leitfrage nachzugehen.

So führte es die Gruppe beispielsweise zum Deutschen Historischen Museum, in dem derzeit die Ausstellung „Roads not taken. Oder: Es hätte auch anders kommen können“ die Besucher in ihren Bann zieht. Dabei steht die Geschichte Deutschlands zwischen 1848 und 1989 im Mittelpunkt. Anders als bei anderen Ausstellungen zu historischen Ereignissen werden hier tatsächlich eingetretene, entscheidende Einschnitte der Geschichte möglichen Verläufen gegenübergestellt und der Frage auf den Grund gegangen, welche Begebenheiten dafür gesorgt haben, dass sie nicht eintreten konnten.

Ein weiterer Punkt auf der Agenda war der Besuch im Deutschen Bundestag. Hier ging es für die Gruppen auf die Besuchertribüne des Plenarsaals. Dort erhielten sie einen spannenden Vortrag über die Aufgaben, Arbeitsweisen und die Zusammensetzung des Parlaments. Auch über die Geschichte und Architektur des Reichstagsgebäudes gab es viel Wissenswertes herauszufinden.

Wer in Berlin ist, möchte natürlich auch viel über die ehemalige Teilung Berlins bis 1989 kennenlernen. Dafür eignet sich der nächste Stop besonders gut: Die Gedenkstätte der Berliner Mauer an der Bernauer Straße. Hier erstreckt sich über 1,4 km ein Teil der ehemaligen Mauer, die es für die Jugendlichen zu erkunden gab. Gemeinsam mit Kulturvermittler*innen ging es auf die Spuren der Teilung in Ost- und Westdeutschland und inwiefern die errichtete Mauer in das Leben der Menschen damals eingegriffen hat. Die Gedenkstätte erzählt darüber hinaus auch die Geschichte der Maueropfer, die verzweifelt versucht haben, dem politischen System zu entfliehen.

Dadurch, dass die Jugendlichen in einer Kaserne untergebracht waren, gab es viele Fragen rund um die Bundeswehr. Einige davon wurden beim Ehrenmal der Bundeswehr beantwortet. Dieses befindet sich auf dem Gelände des Verteidigungsministeriums und gedenkt der Soldaten, die während ihres Dienstes ums Leben gekommen sind. Die Offiziere erklärten viel zu der Errichtung des Ehrenmals und den Risiken, die der Dienst beim Bund mit sich bringen kann. Neben diesen Fragen bekamen die Soldaten aber auch Fragen zu den Dienstgraden, den individuellen Lebenswegen der Offiziere oder anderen Gedanken, die die Jugendlichen mit sich trugen.

Wenn es um Sicherheit geht, wird oftmals die Frage gestellt, wie es in Zukunft weitergehen kann. Um sich damit genauer zu befassen, war ein Programmpunkt das Futurium. Diese Ausstellung befasst sich mit den drei Kräften Mensch, Natur und Technik und erschafft so neue Denkansätze für eine sich stetig verändernde Welt und deren mögliche Zukunft.

Damit diese Zukunft gestaltet werden kann, braucht es politische Entscheidungen, die auch auf Nachrichten aus aller Welt basieren. Diese Nachrichten bekommt die Bundesregierung vom Bundesnachrichtendienst, dem die Gruppe des MGWs in dessen Besucherzentrum nähergekommen ist. In einem Vortrag gab es Informationen rund um die Arbeit der Mitarbeitenden und wie diese zur Sicherheit Deutschlands beiträgt. Im Anschluss an diesen Vortrag gab es die Möglichkeit Fragen über diese spannende Tätigkeit zu stellen und sich eine Ausstellung mit verschiedensten Schwerpunkten der Bereiche anzuschauen.

Der letzte Punkt auf der Programmplanung war das Europäische Haus in der Nähe des Brandenburger Tors. Dort gibt es eine Dauerausstellung mit dem Titel „Erlebnis Europa“. Sie zeigt die Geschichte und Politik sowie die Auswirkungen der Europäischen Union auf unser tägliches Leben. So gelang es den Elftklässlern sich darüber zu informieren, wer ihre Interessen im Parlament vertritt und wie dieses europäische Bündnis zur Sicherheit Deutschlands beiträgt.

Die Jugendoffiziere halfen mit Erklärungen rund um die Standorte des Ablaufplans den Jugendlichen ihre Frage zu den Formen von Sicherheit zu beantworten. So wissen sie jetzt, dass sich Sicherheit aus vielen verschiedenen Bereichen zusammensetzt, die zusammen agieren müssen. Neben dem Militär sind also auch die Politik und Geschichtswissen notwendig, um ein sicheres Deutschland zu erreichen.

Neben all diesen faszinierenden und mitreißenden Besuchen gab es abends und zwischendurch Zeit zur freien Verfügung, die die Jugendlichen nach Herzenslust gestalten konnten. So gab es viele Besuche in nahegelegenen Cafés und Geschäften, aber auch zu anderen markanten Orten Berlins wie dem Rathaus oder dem Berliner Dom.

Am Freitagmorgen ging es nach einem letzten gemeinsamen Frühstück mit den Soldaten gegen 8 Uhr zurück zum Mariengymnasium. Die Schülerinnen und Schüler der EF kamen an der Schule mit vielen neuen Eindrücken und Erkenntnissen im Gepäck an.

Für die Möglichkeit zu dieser gelungenen Berlinfahrt, die Planung der Programmpunkte sowie die ruhige und informative Vermittlung von neuen Inhalten bedanken wir uns ganz herzlich bei der Bundeswehr und bei unseren Lehrerinnen und Lehrern. 

Artikel von Johanna Wiederhold



Erstellt am 20.02.2026 - Rubrik > Allgemeines

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