Diese Frage haben wir uns im NaWi-Kurs von Frau Springmann gestellt. Um mehr darüber zu erfahren, haben wir den Landwirt Christian Nielson besucht, der einen Hof in Fischlaken hat.
Zuerst haben wir gelernt, dass man zwischen konventioneller und biologischer Landwirtschaft unterscheiden muss. Biologische Produkte erkennt man am Bio-Siegel. Diese Art des Anbaus nutzt auch Herr Nielson. Beim konventionellen Anbau gibt es weniger strenge Regeln, deshalb dürfen dort mehr chemische Mittel, zum Beispiel gegen Schädlinge, verwendet werden. Im biologischen Anbau gibt es strengere Vorschriften, deshalb setzt man eher auf natürliche Methoden.
Trotzdem sagt Herr Nielson, dass konventioneller Anbau nicht schlechter sei, was uns sehr überraschte, da wir dachten, dass er als Bio-Bauer schlecht über den konventionellen Anbau reden würde. Er meint, dass man mit nur biologischer Landwirtschaft die heutige Weltbevölkerung sowieso nicht ernähren könnte.
Aber wogegen kämpfen Landwirte überhaupt? Er erklärte uns, dass es drei Hauptprobleme gibt: Erstens Tiere wie Insekten, die Pflanzen fressen oder ihre Eier dort ablegen. Zweitens andere Pflanzen, die den Kulturpflanzen Licht und Platz wegnehmen. Zu guter Letzt gibt es Pilze, die Pflanzen angreifen oder sogar zersetzen. Das kann man zum Beispiel auch bei toten Bäumen im Wald sehen.
Wenn diese Probleme gelöst sind, müssen die Pflanzen noch gedüngt werden. Im konventionellen Anbau ist das einfach: Der Dünger wird auf die Pflanzen gegeben. Im biologischen Anbau ist das schwieriger. Herr Nielson benutzt zum Beispiel Schafswolle als Dünger, weil sie wichtige Stoffe wie Stickstoff, Kalium und Phosphat enthält, die Pflanzen zum Wachsen brauchen.
Wir haben ihn auch gefragt, ob biologischer Anbau riskanter ist. Er sagte ganz klar: ja. Seine Betriebskosten für ein Jahr liegen bei etwa 600.000 Euro. Wenn er konventionell arbeiten würde, wären die Kosten nur halb so hoch.
Außerdem erzählte er uns, dass es oft schwierig ist, die Wünsche der Kunden zu erfüllen. Landwirte müssen sich nämlich nach dem Markt richten. Ein Beispiel sind Forsythien, die erst Monate nach ihrer eigentlichen Reife an Ostern verkauft werden sollen. Dafür müssen sie eingefroren werden, was sehr viel Energie verbraucht. Dieses Problem bleibt bestehen, solange sich nichts im Denken der Gesellschaft ändert.
Er hat auch zusammen mit seiner Partnerin, die bei unserem Gespräch dabei war, eine Firma gegründet. Mit ihr will er die Probleme in der Landwirtschaft kommunizieren und lösen. Sie arbeiten mit Landwirten aus Malaysia zusammen, die schon deutlich modernere Technik, wie z.B. Sensoren im Boden nutzen, um Schädlinge früher zu erkennen und die Bodenqualität zu prüfen. Diese will er für die ganze Welt verfügbar machen.
Zum Schluss hat er uns gesagt, dass wir mehr darauf achten sollen, was in unseren Lebensmitteln steckt. Außerdem wünscht er sich, dass alle Beteiligten in der Landwirtschaft mehr miteinander reden.
Insgesamt war Herr Nielson sehr nett und hat uns gezeigt, dass Landwirtschaft viel mehr ist als nur Anbauen, Warten und Ernten. Es gibt viele Herausforderungen und Regeln. Aber wenn alle zusammenarbeiten, kann man diese Probleme lösen.
Erstellt am 21.03.2026 - Rubrik > Allgemeines