Allgemeines

08

Oktober 2019

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Die Helfer im Hintergrund, Teil 1: Unsere Reinigungskräfte

Sie verrichten Tag für Tag zuverlässig ihre Arbeit von 13.30 Uhr bis 18.00 Uhr. Mit enormer Routine sorgen sie dafür, dass es an unserer Schule nicht zum Himmel stinkt. Und stets aufs Neue Ordnung und Sauberkeit einkehren. Jeden Tag. Auch in den Ferien. Die meisten nehmen sie vermutlich gar nicht oder nur so nebenbei wahr. Bisweilen sagt mal jemand „Guten Tag“ oder auch „Danke“. Das freut sie sehr. Es stört aber auch nicht, wenn man sie in Ruhe arbeiten lässt. Nur freche Sprüche können nerven, aber die kommen so gut wie gar nicht vor.

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Die vier Frauen unserer Putztruppe heißen Cordula Zacher, Tamara Doden, Jennifer Kern und Poongothae Koghan. Frau Zacher spricht gerne mit den Leuten. Für einen kurzen Plausch unterbricht sie ihre Arbeit, dann schwärmt sie von ihrer zweijährigen Enkeltochter Evelyn. Jeder, dem Frau Zacher mal ein Bild von Evelyn gezeigt hat, kann dies bestätigen. Es ist wirklich ein zauberhaftes Kind und zurecht Omas ganzer Stolz. Auch die Schwester von Frau Zacher arbeitet mit im Team. Frau Doden kümmert sich um die erste Etage zusammen mit Frau Kern, der Jüngsten aus der Truppe. Und dann ist da noch die immer lächelnde Frau Koghan. Sie stammt aus Sri Lanka, lebt aber schon seit vielen Jahren in Deutschland. Frau Koghan hat natürlich einen Rufnamen, denn Poongothae klingt zwar wunderschön und bedeutet auf Tamilisch soviel wie „freundliche Seele“, von den anderen wird sie der Einfachheit halber aber kurz Tai genannt. Und sie ist tatsächlich immer freundlich und zuvorkommend. Beneidenswert. Frau Koghan kümmert sich unter anderem um das Lehrerzimmer und die Toiletten im Verwaltungstrakt.

Bereits seit über sechs Jahren arbeiten die vier Fachfrauen für Gebäudereinigung als Team an unserer Schule. Frau Zacher hat sogar schon im Neubau des Mariengymnasiums für Sauberkeit gesorgt, bevor der erste Schulbetrieb aufgenommen wurde. Das war vor elf Jahren. „Doch, wir arbeiten wirklich gerne hier“, antwortet sie nach kurzem Überlegen und fügt dann ehrlich hinzu: „Wirklich gerne, auch wenn es manchmal nervt.“ Auf Nachfrage antworten Frau Kern und Frau Doden wie aus einem Mund, dass vor allem die Toiletten der Jungen manches mal eine Zumutung darstellen. Primitive Jungenstreiche mit Hinterlassenschaften. Dass das jemand wegmacht, wird von den Verursachern billigend in Kauf genommen oder vermutlich gar nicht in Betracht gezogen. Ein generelles Problem an deutschen Schulen, das in diesem Moment plötzlich durch die Gesichter der vier Frauen ganz nah rückt. Unangenehm nah, obwohl die Vier auch bei diesem Thema ihre gute Laune nicht verlieren.

Wie sei es denn generell so um die Sauberkeit an unserer Schule bestellt? „Also in den Klassenzimmern auf der ersten Etage wird meistens gefegt, zudem stehen die Stühle in der Regel – aber nicht immer - auf den Tischen. So sollte es sein, weil wir sonst nicht putzen, sondern nur den Müll mitnehmen.“ Und in den höheren Klassen? „Wenn sich keiner verantwortlich fühlt, dann sieht so ein Raum irgendwann auch mal aus wie Sau.“ Aus diesem Grund soll es ja seit Beginn des laufenden Schuljahres auch in jedem Oberstufenkurs einen Ordnungsdienst geben, um nach jeder erteilten Fachstunde den Raum wieder in einen sauberen Zustand zu versetzen. Ob man dies als Reinigungskraft merke, will ich wissen. „Mal mehr, mal weniger“, fällt die Antwort etwas unbefriedigend aus. Die Erfolge hinsichtlich der Sauberkeit kommen halt nicht über Nacht. Geduld und Konsequenz sind gefragt. „Ihr macht datt schon“, bemerkt Frau Zacher mit erfrischend unkomplizierter Zuversicht. Wen sie genau meint, bleibt vorerst vage. Aber die Bemerkung zeigt, dass letztendlich jeder von uns an unserer Schule verantwortlich ist für Sauberkeit und Hygiene. Nicht zuletzt aus Respekt gegenüber den vier Frauen. Den oftmals Unsichtbaren.

Die Vier wirken wie ein eingespieltes Team. Im Untergeschoss neben dem Bücherkeller haben sie einen kleinen Raum für ihre Pause. Sozialraum sagt man wohl im Beamtendeutsch dazu. In einer Waschmaschine werden gerade Lappen und Aufnehmer gesäubert. Eine Kaffeemaschine läuft. Die Frauen reden nicht viel, aber es wird zwischendurch manches Mal gelacht. Eigentlich machen sie keine Pausen. Stattdessen arbeiten sie zügig und gründlich, die Abläufe sind mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen. Ob wir für die Homepage wohl ein Foto machen könnten? „Klar, aber wir müssen uns dafür erst noch hübsch machen.“, erwidert Frau Zacher mit einem Lachen. Also dann übermorgen. „Wir sind ja eh immer da.“ Ja, denke ich. Welch wahrer Satz.

Erstellt am 08.10.2019 - Rubrik > Allgemeines

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